Benedikt Köhler denkt über Das Ende der Blogsphäre nach: “Die Blogosphäre, sowieso von Anfang an ein fragiles, hauchdünnes Gewebe, fasert und franst zunehmend aus.” Aber: “Das Ende der Blogosphäre [bedeutet] nicht das Ende der Weblogs, denn diese Geschichte beginnt gerade erst so richtig spannend zu werden.” #

  Sascha Lobo sieht eine Morgendämmerung der Bloglandschaft. Ich bin da noch bisschen skeptisch, teile aber die Begründung: Mikro-Beiträge wandern ab zu Twitter (und Facebook!), Blogs werden stärker zum Bindeglied zwischen den Instant-Sozialen-Netzwerken rund um Twitter und Facebook einerseits und größeren Online-Medien andererseits. Jan Schmidt hat diese These im August 2008 schonmal vertreten angesichts des rückläufigen Nutzungszahlen von Weblogs in der ARD-ZDF-Online-Studie. #

Video zur Geschichte des Internet 14 Januar 09

Melih Bilgil hat – als Bestandteil seines Diplom-Projekts -  einen animierten Film zur Geschichte des Internet produziert. Das ist sehr schön geworden, und auch informativ. Insgesamt ging es im Diplomprojekt um die Entwicklung einfacher, klarer Icons, die  – bald alle, jetzt nur ein paar – auf www.picol.org zur freien Nutzung gibt.


History of the Internet from PICOL on Vimeo.

via netzpolitik.org

Januar 14th, 2009 | Link | Video, Visual | No Comments »

  Lothar Rolke und Johanna Höhn von der FH Mainz haben eine Trendstudie veröffentlicht: Mediennutzungsverhalten in der Web-Gesellschaft 2018. Offenbar sowohl Meta-Studie als auch eigene Befragung von drei Alterskohorte (14-19, 20-25, 35-45). Demnach sollen bis 2018 Tageszeitungen etwa 30 Prozent ihrer Leser verloren, das Netz als Primärmedium bis in höhere Altersgruppen durchgesetzt haben. Rolke sieht deshalb einen Paradigmenwechsel in Werbung und Unternehmenskommunikation. Das Internet werde zum Leitmedium in der Kampagnenplanung. Finde bisher nur die Pressemitteilung, die richtige Studie müßte man sich mal in Ruhe anschauen. (via Themenblog) #

  Lilia Efimova veröffentlicht gerade Teilaspekte ihres Disserationsprojekts zu Knowledge-Management und Weblogs in einer Serie: Mathemagenic » Blog networking study: an overview. #

Online-Öffentlichkeiten: Fragmentierung oder Integration? 27 November 08

Ich bin gerade nochmal einen Artikel von Christoph Neuberger durchgegangen, der den Wandel von Öffentlichkeit und Journalismus im Lichte aktueller Online-Formate skizziert.1 Und bin dabei auf eine sehr schöne Fassung des Phänomens gestoßen, dass sich der aktuelle Wandel u.a. durch eine Verschiebung von „kleinen Öffentlichkeiten“ auf mediale Plattformen beschreiben lässt (vgl. auch meinen Vortrag dazu). 

“Die oft aufgestellte Behauptung, im Internet entstehe eine “fragmentierte” Öffentlichkeit ist [...] kaum haltbar. Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein: Das Internet schafft zunächst eine integrierte Öffentlichkeit, die unterschiedliche Ebenen von Öffentlichkeit in einem Medium verreint. Die Fehlannahme beruht auf einer Art optischen Täuschung: Im Internet wird sichtbar, dass es jenseits der massenmedialen Öffentlichkeit auch bisher schon ‘kleine’ Öffentlichkeiten gab, die durch Medien mit geringer Reichweite (z.B. Flugblatt, Plakat, …) und als Präsenzöffentlichkeiten (z.B. Versammlung, Vortrag, Demo) hergestellt wurden.

Das Internet kittet Medien- und Formatbrüche, die bisher die Weiterverbreitung von Informationen behindert haben. […] Die Durchlässigkeit zwischen ‘kleinen’ und ‘großen’ Öffentlichkeiten wächst durch Vernetzung, die Übergänge werden fließend.” (33)

Das Netz integriert also (vormals durch eine mediale Kluft – bei Gerhards/Neidhardt „Arena und Galerie” – getrennte) Öffentlichkeiten verschiedener Komplexitätsgrade auf einer Medienplattform und trägt so zu einer Integration von Kommunikation bei. Spannend ist dann natürlich die Frage, ob diese vermeintlich wachsende „Durchlässigkeit“ tatsächlich zu einer stärkeren (?) Vermittlung von Kommunikationen aus den einfachen Öffentlichkeiten in komplexe, gesellschaftliche Öffentlichkeit führt.

Und: Gleichzeitig führt diese Medialisierung von einfachen Öffentlichkeiten offenbar dazu, dass diese an Bedeutung gegenüber gesamtgesellschaftlichen Öffentlichkeiten und ihren Themen gewinnen. So könnte man auch die AWA-2008-Zahlen (pdf) lesen, dass das Interesse der 14-29jährigen an „gesellschaftlichen Themen“ zurückgeht. Also doch Fragmentierung?

  1. Neuberger, Christoph. (2008). „Internet und Journalismusforschung: Theoretische Neujustierung und Forschungsagenda“, in: Thorsten Quandt und Wolfgang Schweiger (Hrsg.), Journalismus online – Partizipation oder Profession? Wiesbaden: VS. 17-42. []

Vortrag zu Weblogs und Öffentlichkeiten auf der Tagung “Politik 2.0″ 26 November 08

Anfang November war ich auf der Tagung “Politik 2.0 – Politik und Computervermittelte Kommunikation” in Ilmenau. Die Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation der  DGPuK hatte ein recht vielseitiges Programm zur politischen Kommunikation im Netz zusammengestellt (interessanterweise nicht zur Politik bzw. Regulierung der Kommunikation im Netz obwohl das ausdrücklich im Call for Papers mit drin war).

Ich habe einen kurzen Vortrag zu Weblogs und ihren Öffentlichkeiten gehalten, meine Folien gibt es hier, einen Video-Stream von meinem Vortrag und anderen (u.a. die Keynote von Andrew Keen und den interessanten Beitrag von Stefan Meier und Christian Pentzold “Basis meets Web 2.0. Praktiken subpolitischer Kommunikation im ‚neuen Netz‘ und deren Erhebung”) auf der Streaming-Seite der TU Ilmenau; die Folien der meisten Vorträge auf der Tagungs-Website


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