Facebook und der Wert eines Nutzers 30 Oktober 07

BuzzMachine findet 15 Mrd. doch nicht so teuer. Zumindest im Vergleich mit Zeitungen. Laut Analysten sei ein Zeitungsleser 964$ (2004) bzw. 500$ (heute) pro Jahr wert. Die Facebook-Bewertung läuft bei 50 Mio. Nutzern auf 300$ pro Nutzer raus. Und das - so Jeff Jarvis - obwohl Nutzer nur 41 Minuten pro Monat auf Nachrichten-Websites, aber 30 Minuten täglich auf Facebook verbringen.

Aber klar, die Zahlen sind irgendwie schief. Die Bewertung bezieht sich ja auf die gesamte Zeitungsmarke bzw. nur die Print-Ausgabe und nicht (nur) auf das Online-Produkt (oder?), die Nutzung aber nur auf das Online-Produkt. Laut ARD-ZDF-Studie haben 2005 Zeitungsleser durchaus täglich 28 Minuten mit ihrer Zeitung verbracht. Und Zeitungen können ihre Leser ja immer noch wesentlich besser monetarisieren als Websites (der Anteil von Zeitungen in der Mediennutzung liegt, glaube ich, zwischen 5 und 10%, der Anteil am Werbeumsatz aber zwischen 20 und 25%. Ah, hier: 5,2% Nutzung, 25,2% Werbeumsatz).

Interessant auch die Gedanken von ParisLemon zu Facebook-Flyern als Werbeform, um sehr spezifische Zielgruppen zu erreichen.

Technorati Tags: , ,

  Christoph Neuberger, Axel Bruns und MArk Deuze haben einen gemeinsamen Artikel über partizipativen Nachrichtenjournalismus geschrieben. Mit Fallstudien aus Deutschland, den Niederlanden, USA und Australien. Lesen konnte ich ihn noch nicht, da die FU Berlin offenbar keine Lizenz für die Zeitschrift Journalism Practice besitzt. #

Fertig 28 August 07

Magisterarbeit

BBC-Chef bezieht Nachrichten über Facebook? 07 August 07

Vor einiger Zeit war mir ein Zitat begegnet, in dem ein BBC-Journalist sagte, er bekomme einen guten Anteil von Nachrichten nicht mehr über professionelle Dienste, sondern seine eigenen sozialen (Web 2.0-)Netzwerke.

Nach langer Suche habe ich das Zitat nun wiedergefunden. Tatsächlich war es nicht irgendein BBC-Journalist, sondern Richard Sambrook, Director of Global News bei BBC. Aber er hat es auch nicht ganz so gesagt, wie ich dachte und es wohl auch von einigen Blogs aufgegriffen wurde.

Was er wirklich sagte:

“One of the things coming out of networked journalism are social media sites like Facebook and MySpace that are about networks of colleagues and of professional experts and friends, and for a lot of people they are a source of news.

“In my case I have a network of friends that have an interest in social media, in the internet, and new developments. I find out much more about what is happening from them than from the traditional media. Generally, BBC included and the print media as well, tend to be about six months to a year behind what is happening on social networks.

“I think they will be an important part of news consumption going forward, but they are not yet fully developed and we don’t really understand them yet, but it is networked journalism of some form.”

Und im BBC Editor Weblog hat er das Ganze nochmal kommentiert. Soziale Netzwerke würden wichtiger. Aber:

For news, however, I will still rely on the BBC.

Na gut. Aber beeindruckend, wie gut Sambrook über die neueren Internet-Formate informiert ist. ARD und ZDF und auch die Kommerziellen in Deutschland scheinen mir da noch weit hinterher.

  Dominik Frey hat seine Magisterarbeit zu Öffentlichkeiten im Netz fertiggestellt: “Meinungsbildung im Web - Neue Mediatoren und Öffentlichkeiten im Web 2.0″ [abstract][pdf]. Glückwunsch! (Und bisschen Neid, aber ich bin ja auch bald soweit.) #

Die YouTube-CNN-Fragerunde und der Wandel der politischen Sprache 02 August 07

Nochmal zur YouTube-CNN-Fragerunde: Henry Jenkinks hat dazu einen großartigen Beitrag verfasst. Wie Klaus Eck, scheint er einen Wandel der politischen Kultur in diesem Format zu sehen. Allerdings begründet er es wesentlich detaillierter.

Sein Artikel schlägt einen langen Bogen, der die verschiedenen TV-Formate der Befragung von Präsidentschaftskandidaten vergleicht. Die klassische Befragung durch Journalisten, die vermeintlich neutral und objektiv sind, ermögliche es den Kandidaten, unbequemen Fragen auszuweichen.

This construct sounds more “rational” or “neutral” but it also makes it much easier for the candidate to reframe the question to suit their own purposes. There is no penalty for ignoring the motives behind the question because, in the end, the claim is that there are no motives behind the question.

Deshalb weise das YouTube-Format durchaus auf einen Wandel der politische Kultur hin. Die Politiker können nicht mehr so leicht ausweichen, indem sie eine Frage abstrakt und allgemein beantworten.

This called attention to the gap between the ways everyday people speak and the lofty rhetoric of contemporary politics. What seemed relatively natural in a conversation between professionals felt truly disconnected from the YouTube participants. Then, as the evening went along, we saw the candidates one by one step out tentatively and then more assuredly onto thin ice, trying to find a new language by which to express their issues and to form a new relationship to the voters.

Die Politiker müssen sich in Inhalt und Form an den fragenden Bürger und dessen Lebensumfeld wenden.

By bringing the cameras into their homes, the voters were forcing the candidates to respond to the contexts in which they live.

Also: Am besten selbst den ganzen Artikel lesen. Jill Walker hat auch ein paar Notizen und ein Beispiel dazu. Die Videos mit Fragen und Antworten gibt es hier.

Tags: , , , , , , , ,

  Im ohnehin lesenwerten englischen Guardian gibt es nun eine Kolumne von Cory Doctorow über DRM (einerseits) und innovative nutzerfreundliche Geschäftsmodelle (andererseits). (via) #

&