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	<title>katzenbach.info &#187; Discourses</title>
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	<description>A weblog by Christian Katzenbach about the current re-configuration of the media landscape: transformations and consolidations in societal communications, the changing role of intermediaries, and digital networks as agents of change.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Jun 2010 14:28:29 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Studie zu Netzdiskursen: Beispiel Gentechnik</title>
		<link>http://katzenbach.info/2008/04/229/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 10:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Katzenbach</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie wird das Thema Genfood in Zeitungen und in Netzmedien verhandelt? Die Ergebnisse der Studie von Dieter Rucht, Mundo Yang und Ann Zimmermann vom WZB wurden schon teilweise im Band Netzöffentlichkeit und digitale Demokratie veröffentlicht. Jetzt aber gibt es dazu auch eine Monographie mit etwas mehr Theorie und vor auch Einblick in die interessante Anlage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wird das Thema Genfood in Zeitungen und in Netzmedien verhandelt? Die Ergebnisse der Studie von <a href="http://www.wzb.eu/zkd/zcm/leute/rucht.de.htm">Dieter Rucht</a>, <a href="http://www.wzb.eu/zkd/zcm/leute/yang.de.htm">Mundo Yang</a> und Ann Zimmermann vom WZB wurden schon teilweise im Band <a href="http://katzenbach.info/blog/2006/bericht-zu-netzoffentlichkeiten">Netzöffentlichkeit und digitale Demokratie</a> veröffentlicht. Jetzt aber gibt es dazu auch eine Monographie mit etwas mehr Theorie und vor auch Einblick in die interessante Anlage der Studie. Sie haben die Netzöffentlichkeit nämlich nicht von der Angebotsseite erschlossen, sondern von der Nutzerseite aus: </p>
<p>Rucht, Dieter, Mundo Yang und Ann Zimmermann. (2008). Politische Diskurse im Internet und in Zeitungen: Das Beispiel Genfood (1. Aufl ed.). Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwissenschaften. <a href="http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/sid=4daa4aa5450de84780964ab0c77f7b3d/site=w/book_id=12217">Beschreibung</a> | <a href="http://www.gbv.de/dms/bs/toc/558812279.pdf">Inhaltsverzeichnis (pdf)</a></p>
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		<title>Magisterarbeit (3): Themenkarrieren</title>
		<link>http://katzenbach.info/2007/01/magisterarbeit-3-themenkarrieren/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Jan 2007 11:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Katzenbach</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Bearbeitung der forschungsleitenden Fragen meiner Magisterarbeit werde ich wahrscheinlich zwei, vielleicht auch drei Themenkarrieren untersuchen. Ich werde also die Berichterstattung über ein bestimmtes (möglichst enges) Thema oder Ereignis analysieren &#8211; vergleichend: in Zeitungen einerseits und Weblogs andererseits.
Nun sitze ich gerade daran, die Themen auszuwählen.

Zum einen sollten innerhalb eines Themas mehrere Akteure und Interessengruppen identifiziert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Bearbeitung der <a href="http://katzenbach.info/blog/2006/auf-dem-weg-zur-magisterarbeit-2-theoretischer-hintergrund-und-forschungsfragen#fragen">forschungsleitenden Fragen</a> meiner <a href="http://katzenbach.info/research">Magisterarbeit</a> werde ich wahrscheinlich zwei, vielleicht auch drei Themenkarrieren untersuchen. Ich werde also die Berichterstattung über ein bestimmtes (möglichst enges) Thema oder Ereignis analysieren &#8211; vergleichend: in Zeitungen einerseits und Weblogs andererseits.</p>
<p>Nun sitze ich gerade daran, die Themen auszuwählen.<br />
<span id="more-172"></span></p>
<p>Zum einen sollten innerhalb eines Themas mehrere Akteure und Interessengruppen identifiziert werden können und unterschiedliche Deutungsmuster in dem Diskurs über das Thema angewendet werden.</p>
<p>Zum anderen möchte ich mindestens eines der Themen unter dem Gesichtspunkt  auswählen, dass das Thema selbst oder eine Facette des Themas in der Forschung bislang als &#8220;blinder Fleck&#8221; der Massenmedien betrachtet wird. Hier könnte dann geklärt werden, ob dieses Thema oder diese Position über Weblogs in eine Öffentlichkeit treten kann &#8211; oder vielleicht sogar über Weblogs den Weg in die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien findet. Solche &#8220;spill-over&#8221;-Effekte von Themen, die aus &#8220;Alternativmedien&#8221; (in den 1980er Jahren: <em>taz</em>) in Massenmedien hinüberschwappten, konnten Barbara Pfetsch und Rainer Mathes etwa für die Volkszählung 1983 und die Einführung eines neuen Personalausweises <a href="http://ejc.sagepub.com/cgi/content/abstract/6/1/33?ck=nck">feststellen</a>.</p>
<p>Da ich aber vermutlich in der Auswahl zumindest eines der Themen eher von Blogs aus denken will, recherchiere ich nun auch ein bißchen, was die deutsche Blogosphäre letztes Jahr bewegt hat. Kennt Ihr irgendwelche Listen der Top-Themen der deutschen Blogs 2006 &#8211; so was wie etwa <a href="http://de.docs.yahoo.com/top2006/">Yahoos Top Suchbegriffe 2006</a> für Blogs? Auch Vorschläge für Themen sind gern gesehen. Es können gern Internet-affine Themen wie Urheberrecht o.ä. sein, auch medienjournalistische, aber nicht allzu weblog-selbstreferentiell: </p>
<p><a href="http://www.gapingvoid.com/Moveable_Type/archives/003641.html"><img src="http://www.gapingvoid.com/talktalk48-thumb.jpg"/></a><br />
<small>cartoon: <a href="http://www.gapingvoid.com/Moveable_Type/archives/003641.html">random notes on blogging</a> von <a href="http://www.gapingvoid.com/">gapingvoid.com</a></small></p>
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		<title>Auf dem Weg zur Magisterarbeit (2): Theoretischer Hintergrund und Forschungsfragen</title>
		<link>http://katzenbach.info/2006/12/auf-dem-weg-zur-magisterarbeit-2-theoretischer-hintergrund-und-forschungsfragen/</link>
		<comments>http://katzenbach.info/2006/12/auf-dem-weg-zur-magisterarbeit-2-theoretischer-hintergrund-und-forschungsfragen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2006 21:36:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Katzenbach</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der Einführung in das Thema der Magisterarbeit kommen nun der theoretische Hintergrund und die Forschungsfragen:


Theorie und Forschungsstand
Medien als Form der kulturellen Selbstverständigung
Ausgangspunkt der Arbeit ist ein Medienverständnis, das Medien nicht primär als Kommunikatoren oder Anbieter von Inhalten versteht, sondern als einen Vermittler, der Kommunikationsangebote nach Regeln und Handlungsroutinen selektiert, strukturiert, aufbereitet, kommentiert und vertreibt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach der <a href="http://katzenbach.info/blog/2006/auf-dem-weg-zur-magisterarbeit-1">Einführung</a> in das Thema der Magisterarbeit kommen nun der theoretische Hintergrund und die Forschungsfragen:<br />
</em><br />
<span id="more-156"></span></p>
<h3>Theorie und Forschungsstand</h3>
<h4>Medien als Form der kulturellen Selbstverständigung</h4>
<p>Ausgangspunkt der Arbeit ist ein Medienverständnis, das Medien nicht primär als Kommunikatoren oder Anbieter von Inhalten versteht, sondern als einen Vermittler, der Kommunikationsangebote nach Regeln und Handlungsroutinen selektiert, strukturiert, aufbereitet, kommentiert und vertreibt. Medieninstitutionen bilden Wirklichkeit so nicht einfach ab, sondern stellen immer eine bestimmte Zugriffweise auf und Manifestation von Wirklichkeit dar. Sie sind damit eine Form der kulturellen „Selbstverständigung einer Gesellschaft“ (Lünenborg 2005: 101) und stehen im Zentrum der diskursiven Verhandlung und Zuschreibung von Relevanz und Bedeutung. In diesen Aushandlungsprozessen wird bestimmten Themen gesellschaftliche Relevanz zugeschrieben, ein Konflikt innerhalb eines bestimmten Schemas oder Frames interpretiert und manche Akteure können sich artikulieren, andere nicht. So hat die Nachrichtenforschung etwa zeigen können, dass durch die Strukturen und Routinen der Massenmedien primär die Deutungsmuster der politischen und ökonomischen Elite die mediale Wirklichkeit dominieren (Gans 1980; Bennett 1990), sich fast ausschließlich institutionalisierte Interessenvertretungen artikulieren können (Eilders et al. 2004) und binäre Konfliktschemata und deren Vertreter die Debatte prägen (Tuchman 1978; Coe et al. 2004). Gans (1980: 277) resümiert, dass „journalists are restrained by sytematic mechanisms that keep out some news“, so dass „only certain things are sayable through the voice of the journalist“ (Matheson 2004: 445).</p>
<p>Mit dem Aufkommen des Internets hat sich nun der Kreis der Teilnehmer an diesem Diskurs &#8211; und der Vermittler &#8211; drastisch erweitert. Es sind damit nicht mehr allein professionell organisierte Medienbetriebe, die gesellschaftliche Relevanz in der Produktion von Medientexten festschreiben. Mit Weblogs und ihren Netzwerken und kollaborativen Websites haben sich Formen der gemeinschaftlichen Zuschreibung von Relevanz durch die Nutzer selbst herausgebildet, die in der Kommunikationswissenschaft bislang kaum berücksichtigt sind.</p>
<h4>Neue Öffentlichkeiten im Netz</h4>
<p>Ein Vorschlag zur Systematisierung von Öffentlichkeiten im Internet als Vermittlungssystemen stammt von Christoph Neuberger (2004; 2006), der zwischen der Online-Variante des klassischen professionell-redaktionellen Journalismus, technischen Strukturen und partizipativen Formen der Vermittlung unterscheidet.Weblogs und kollaborativen Websites gehören &#8211; klar &#8211; zu den partizipativen Formen der Vermittlung. Hans-Jürgen Bucher und <a href="http://www.media-ocean.de/">Steffen Büffel</a> (2006) sehen darin die Herausbildung einer Form von „Netzwerk-Kommunikation“, die als funktionales Äquivalent zum traditionellen Journalismus gesehen werden könne und so einen Strukturwandel von Öffentlichkeit bedinge. Dabei seien die Koordinations- und Strukturierungsverfahren der Blogosphäre konstitutiv.</p>
<p>Diesen strukturbildenden Prinzipien und Mechanismen haben sich viele Studien bereits in Einzelaspekten gewidmet. Netzwerkanalysen haben die Strukturen der Verlinkung in den Blick genommen und dabei festgestellt, dass die Verteilung der Verweise einer „power law“ folgt, nach der einige wenige Weblogs viele eingehende Links aufweisen, die meisten Weblogs aber nur sehr wenige (Shirky 2003; Adar et al. 2004) und dass es untereinander stark vernetzte Weblog-Formationen gibt, die oft wenige Verweise nach außen setzen (vgl. etwa Herring et al. 2005; oder Adamic/Glance 2005 für die fragmentierten Linkstrukturen im US-Wahlkampf 2004). Letzteres weist auch darauf hin, dass in der Herausbildung weblog-basierter Öffentlichkeiten soziale Netzwerke eine besondere Rolle spielen. Die mediale (und mithin öffentliche) Lenkung von Aufmerksamkeit vollzieht sich nicht mehr allein über Massenmedien, sondern auch in Publikationen von Privatpersonen, die sich wechselseitig auf Themen und Geschichten aufmerksam machen. Weblogs sind so für Autoren und Nutzer gleichzeitig Instrument des persönlichen „Informations-“ wie des „Beziehungsmanagements“ und erfüllen so eine „Scharnierfunktion zwischen gesellschaftlicher und persönlicher Agenda“ (<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/">Schmidt 2006</a>). Zu diesen Mechanismen der Filterung relevanter Themen durch eigene soziale Netzwerke, treten aggregierte kollektive Verfahren der Zuschreibung von Relevanz wie sie Surowieckis „Weisheit der Vielen“ (Surowiecki 2004) und Andersons Studien zum „Long Tail“ (2006) beschreiben.</p>
<p>Eine systematische Übersicht über diese Mechanismen der Zuschreibung von Relevanz zur Ermöglichung gegenseitiger Bezugnahme in Netzöffentlichkeiten liegt bislang nur in Ansätzen vor. <a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/">Jan Schmidt</a> hat dazu vor kurzem einen Vortrag gehalten und einen Beitrag verfasst. Axel Bruns hat vorgeschlagen, die Funktionslogik dieser neuen Öffentlichkeiten mit dem Begriff „<a href="http://snurb.info/index.php?q=node/28">Gatewatching</a>“ zu beschreiben, um sie dem traditionellen „Gatekeeping“ (White 1950; Shoemaker 1991) gegenüberzustellen. Er trägt damit dem Phänomen Rechnung, dass im Internet der Engpass verschoben ist: „Nun herrscht nicht mehr Knappheit an Verbreitungskapazität, sondern Knappheit an Aufmerksamkeit und Urteilsvermögen auf Seiten der Rezipienten.“ (Neuberger 2004: 9). </p>
<h4>Vielfalt und Diskursive Repertoires in Weblog-Öffentlichkeiten</h4>
<p>Der zweite Problemkomplex dieser Arbeit fragt nach den Akteuren, die sich in diesen sich neu herausbildenden Öffentlickeiten artikulieren und den Deutungsmustern, die sich in einer Debatte zeigen und sie prägen. Das  Aufkommen des Internets und nun die Etablierung von Weblogs und kollaborativen Websites wurde immer wieder als die Erfüllung des Brechtschen Ideal der Demokratisierung der Kommunikationsmittel gesehen, indem jeder zum Sender werde. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass sich in Internet-Öffentlichkeiten so auch Akteure und Positionen artikulieren können, die in den Massenmedien nicht berücksichtigt werden. </p>
<p>Dass das Internet durch die drastische Senkung von Kosten und Aufwand zur öffentlichen Bereitstellung von Kommunikationsangeboten zur einer enormen Vielfalt an veröffentlichen Meinungen und Themen geführt hat, ist unbestreitbar. Weblogs haben diese Entwicklung noch einmal verstärkt: laut einer Studie haben fast die Hälfte der US-amerikanischen Internetnutzer bereits Inhalte im Internet veröffentlicht (Lenhard et al. 2004). </p>
<p>Ob aber diese Vielfalt veröffentlichter Meinungen tatsächlich vernehmbar wird, ob Debatten entlang der dominanten Frames (Scheufele 2003) und „diskursiven Repertoires“ (Steinberg 1998) der Massenmedien verlaufen oder auch andere, evtl. vormals marginalisierte Deutungmuster in Internet-Öffentlichkeiten ein Thema prägen können, ist unklar. Studien zu privaten Homepages, Foren und Portalen haben vielmehr gezeigt, dass die kommunikativen Räume, in denen sich vielfältige, außerhalb der  professionell-journalistischen Routine veröffentlichte Meinungen artikulieren, relativ klein bleiben; sie ähneln in ihren Strukturen eher denjenigen von „einfachen Interaktionssystemen zwischen Anwesenden“ (Schönhagen 2004: 249; Stegbauer 2001) und sind so kaum in  die öffentliche Verhandlung von Themen eingebunden. Auch aktuelle Rezeptionsstudien (Hargittai 2007) zeigen, dass traditionelle Medienhäuser und ihre journalistischen Routinen die Internet-Öffentlichkeiten weithin prägen.  </p>
<p>Weblogs sind eine noch relativ junge Medienform &#8211; besonders in Deutschland. Aufgrund ihrer starken Vernetzung untereinander und der oben skizzierten Koordinationsmechanismen läßt sich vermuten, dass sich hier aus stark dezentralen und fragmentierten Kommunikationsangeboten durchaus Formen von Öffentlichkeit herausbilden können. Die bislang vorliegenden Studien legen allerdings den Schluss nahe, dass auch hier die traditionellen Medieninstitutionen Themen und Deutungen dominieren. US-amerikanische Studien etwa zur Berichterstattung über den Irak-Krieg haben gezeigt, dass Weblogs sich fast ausschließlich (zu 95%) auf Meldungen der großen amerikanischen oder britischen Medienhäuser beziehen (Wall 2005; Redden et al. 2003) und so auch deren Deutungsmuster die Debatte in den Weblogs dominieren. Tatsächlich haben &#8211; zumindest zum Zeitpunkt der Studien 2004 &#8211; in der Blogosphäre wie in den klassischen Medien positive Stimmen zum Irak-Krieg überwogen (Coe et al. 2004; Johnson/Kaye 2004). Andererseits gibt es auch Untersuchungen, die Weblogs durchaus Einfluss auf öffentliche Debatten zuschreiben (Cornfield et al. 2005).</p>
<h3><a name="fragen">Forschungsfragen</a></h3>
<p><em>(0) Welche Mechanismen der Zuschreibung von Relevanz strukturieren die neuen Öffentlichkeiten im Netz?</em></p>
<p>Anhand vorhandener Arbeiten zu Linkstrukturen zwischen Weblogs, zu sozialen Netzwerken, zu Praktiken der Produktion und Rezeption von Weblogs und kollektiven Mechanismen der Zuschreibung von Relevanz sollen einzelne Strukturprinzipien der Weblog-Öffentlichkeiten identifiziert werden. Mit Bezug auf Bruns Konzept des „Gatewatching“ (Bruns 2005) soll so eine systematische Übersicht über Mechanismen gegeben werden, die eine gegenseitige Bezugnahme und damit erst die Herausbildung von Öffentlichkeit ermöglichen.<br />
Im empirischen Teil wird geprüft, ob die identifizierten Strukturprinzipien auch die öffentliche Kommunikation in den ausgewählten Themenfällen prägen. Es gilt also zu untersuchen, ob etwa die Aufnahme eines Themas durch ein „einflussreiches“ Weblog die Debatte entscheidend verändert.</p>
<p><em>(1) Welche Akteure, Deutungen, Lesarten dominieren die Debatte in den unterschiedlichen Medienformaten? Gibt es Unterschiede zwischen traditionellen Formaten und Weblogs?</em></p>
<p>Forschungsleitend ist hierbei die Annahme, dass über Weblogs mehr Akteure und Detungsmuster zu Wort kommen als über traditionelle Formate. Es gilt dazu, zunächst die unterschiedlichen Akteure, Interessengruppen und Deutungsmuster eines Konfliktes bzw. Themas in den beiden untersuchten Formaten zu identifizieren. In einem zweiten Schritt wird die Verhandlung des Themas im Verlauf dahingegend untersucht, welche Akteure und Deutungsmuster die  Debatte prägen. </p>
<p><em>(2) Wie ist das Verhältnis der Medienformate?</em></p>
<p> Zusätzlich zur getrennten Betrachtung von traditionellen Medien und  Weblogs, soll auch das Verhältnis der beiden Formate und ihrer Öffentlichkeiten in den Blick genommen werden. Sind Weblogs nur „echo chamber“ der Massenmedien &#8211; nehmen sie also schlicht ihre Themen auf und verbreiten sie weiter &#8211; oder sind sie im Sinne von Gans (1980) eher eine „zweite Medienschicht“, die Themen neu deutet, kommentiert, berichtigt und selbst Akzente setzt? Zu beachten ist dabei, dass sich in Weblogs und auch auf kollaborativen Websites die Lesarten des Publikums teils im Medienprodukt selbst manifestieren.</p>
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