Der Telegraph und virtuelle Gemeinschaften 12 Oktober 06

Eines der zentralen Themen in der Diskussion um das Internet aus medientheoretischer Perspektive ist – im Anschluss an McLuhan” – das Topos des “globalen Dorfes”. Darum gruppieren sich Begriffe wie “virtuelle Gemeinschaften” oder auch “elektronische Agora”. In Philomen Schönhagens lesenswertem Buch Soziale Kommunikation im Internet bin ich auf eine viel ältere Geschichte gestossen:

Die Menschen zeigen sich uns wie in einer riesigen Sprechhalle vereinigt. Trotz der ungemessenen Abstände sind sich die Einzelnen unmittelbar vernehmbar, sie sind sich in die gegenseitige Hörweite gebracht, der Nachrichtenverkehr ist in eine mündliche Unterhaltung, in ein Wechselgespräch verwandelt. Freilich stehen sie wie mit verbundenen Augen in diesem riesigen Sprechsaal nebeneinander.

Von wann ist das? Um welches Medium geht es? Voice-over-IP? Besonders das Bild der “Sprechhalle” und den “verbundenen Augen” gefällt mir sehr gut. Nein, es geht um den Telegraphen und das Zitat stammt aus dem Jahr 1857.

Genauer: Karl Knies. 1996. Der Telegraph als Verkehrsmittel. Nachdruck der Orig.-Ausg. Tübingen 1857. München. Zitiert nach: Schönhagen 2004: 11

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