Öffentlich != Öffentlichkeit 25 September 05

Jan Schmidt mit einem klugen Kommentar dazu, wie man über Weblogs sprechen sollte. Und warum die Diskussion Weblogs vs Journalismus deshalb oft das Spannende an Blogs aus dem Blick verdrängt:

Die Öffentlichkeit ist dabei gewollt, aber es ist eine andere Öffentlichkeit als die der Massenmedien: Sie ist das Mittel zum Zweck, um andere Menschen zeit- und ortsunabhängig am eigenen Leben teilhaben zu lassen und die Chance zu eröffnen, bislang unbekannte Personen mit ähnlichen Interessen kennen zu lernen. Blogger wissen bzw. ahnen das und reagieren deswegen auch immer wieder so irritiert, wenn sie als Parajournalisten bezeichnet (und kritisiert) werden – das Etikett entspricht nicht ihrer eigenen Erfahrung.

Erinnert an einen anderen schönen Kommentar von Jan, die aufgeregte Diskussion um Qualität und Weblogs basiere auf einem medienhistorischen Mißverständnis:

… wir [gehen] “medienhistorisch” davon aus, dass etwas, das öffentlich ist, auch automatisch qualitätsvoll ist (im Sinne von “öffentlich relevant”). Das Internet an sich, und Weblogs im Speziellen, lösen diesen Zusammenhang auf – ich kann Dinge “öffentlich” machen, die vielleicht nur für meine 5 Freunde relevant sind; vielleicht schreibe ich sogar noch recht gefällig, aber selbst wenn nicht: Genau darin liegt die Qualität von Weblogs, dass sie sich gewissermaßen ihre Öffentlichkeit suchen.

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