Quandt: Das Ende des Journalismus? 13 Mai 05


Thorsten Quandt. 2004. Das Ende des Journalismus. Thesen zur Analyse netzbasierter Kommunikation, in: Löffelholz (Hg.): Theorien des Journalismus. Wiesbaden: VS. 451-468.

Gründe, warum sich die Kommunikationswissenschaft mit netzbasierter Kommunikation so schwer tut:

  • Die Annäherung über traditionelle Journalismus-Theorien fällt schwer, die Journalismus funktional als Generator öffentlicher bzw öffentlichkeitswirksamer Aussagen und organisatorisch als Produkt redaktioneller, professioneller Arbeit Tätigkeit deuten. Beide sind nach Quandt kaum fruchtbar zu machen für Online-Kommunikation. Die funktionale Sichtweise impliziert massenmediale Kommunikation an große Zielgruppen; Online-Kommunikation beinhalte aber auch sehr kleine Zielgruppen sowie 1-zu-1-Kommunikation. Ferner sei das organisatorische Umfeld des Online-Publizierens oft sehr verschieden von dem der Print- oder TV-Produktion.
  • Auch der zentrale Begriff der Massenkommunikation sei schwer für die Analyse netzbasierter Kommunikation nutzbar zu machen. Wie ist das Internet als Medium zu fassen? Sehr verschiedene Formen und Konfigurationen (X-to-X, Interaktivität, synchron/asynchron). Quandt erinnert hier an Kubiceks Unterscheidung zwischen Medien erster und Medien zweiter Ordnung:

    Medien erster Ordnung sind technische Systeme mit bestimmten Funktionen und Potentialen für die Verbreitung von Information. Medien zweiter Ordnung sind soziokulturelle Institutionen zur Produktion von Verständigung bei der Verbreitung von Information mit Hilfe von Medien erster Ordnung. (Kubicek 1997: 220)

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